Hadernpapier

„Hader“ leitet sich althochdeutsch von hadara (Schafspelz) ab und steht mittelhochdeutsch für „Lumpen“ oder auch „Fetzen“. Grund dafür ist die textile Herkunft der Zellstoffe, die für die Papiergewinnung aufgeschlossen werden. Historisch betrachtet waren Hadern bis Mitte des 19. Jahrhunderts der einzige Rohstoff in der Papiererzeugung.

Früher wurde Hadernpapier handgeschöpft und später in sogenannten Papiermühlen (ab dem 17. Jahrhundert) in größerem Umfang gefertigt. Heute wird es vor allem für außergewöhnlich anspruchsvolle Papiersorten verwendet, etwa Geldscheine, Dokumente, oder Dünn- bzw. Bibeldruckpapiere (die dünn sind und oft geblättert werden, dabei aber in Form bleiben müssen). Eine hohe Doppelfalzzahl und Reißlänge garantiert erhöhte Stabilität und Langlebigkeit. Hadernpapier ist für ungeschulte Betrachter von handelsüblichem Papier selten zu unterscheiden.

Das Flächengewicht beträgt 70 bis 135 Gramm. Baumwollfasern werden am häufigsten verwendet, sonst aber auch Flachs, Ramie oder Jute. Oft wird das Papier mit Zellstoff verschnitten, der Hadernanteil sinkt dann und es entsteht ein „Mischprodukt“.

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